Mit dem Pkw-Führerschein Klasse B dürfen Sie jede Pritsche bis 3.500 kg zulässigem Gesamtgewicht fahren – auch eine Doppelkabine mit sieben Sitzen. Ein Anhänger ist dabei bis 750 kg erlaubt. Für schwerere Anhänger brauchen Sie die Klasse BE. Bis 3,5 t zahlen Sie keine Lkw-Maut.
Welche Pritsche darf ich mit Klasse B fahren?
Entscheidend ist nicht das Leergewicht und nicht die Größe, sondern das zulässige Gesamtgewicht (zGG). Es steht im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) im Feld F.2. Liegt es bei höchstens 3.500 kg, dürfen Sie das Fahrzeug mit Klasse B fahren.
Die zweite Bedingung: höchstens acht Sitzplätze außer dem Fahrersitz. Eine Doppelkabine mit sieben Sitzen erfüllt das problemlos.
Die meisten Pritschen von Fiat Ducato, VW Crafter oder Mercedes Sprinter gibt es in der 3,5-t-Klasse. Schwerere Varianten über 3,5 t zGG bieten mehr Zuladung, brauchen aber den Führerschein C1.
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Zum Angebot ›Wie viel darf ich zuladen?
Die Zuladung ist das zulässige Gesamtgewicht minus Leergewicht. Dazu zählt alles, was ins Fahrzeug kommt: Fahrer, Mitfahrer, Werkzeug, Material und die Stützlast eines Anhängers.
Ein Beispiel mit der Fiat Ducato 35 Pritsche Doppelkabine:
| Posten | Gewicht |
|---|---|
| Zulässiges Gesamtgewicht | 3.500 kg |
| Leergewicht laut Fahrzeugdaten | − 2.325 kg |
| Zuladung | rund 1.175 kg |
| 7 Personen à 75 kg | − 525 kg |
| Bleibt für Material und Werkzeug | rund 650 kg |
Die Zuladung hängt von Ausstattung und Aufbau ab. Ein Planenaufbau oder ein Kran wiegt mit und verringert sie.
Mit voller Besatzung bleibt also deutlich weniger Platz für Material, als die Ladefläche vermuten lässt. Fahren Sie oft mit schwerer Ladung, rechnen Sie vor dem Kauf mit Ihren typischen Fuhren nach – wir helfen gern dabei.
Anhänger: 750 kg, B96 oder BE?
Viele Pritschen dürfen technisch 3.000 kg oder mehr ziehen. Ob Sie das dürfen, entscheidet aber Ihr Führerschein:
| Führerschein | Was ist erlaubt? | Bei einer 3,5-t-Pritsche |
|---|---|---|
| Klasse B | Anhänger bis 750 kg zGG – oder schwerer, wenn das Gespann höchstens 3.500 kg wiegt | Anhänger bis 750 kg |
| B mit Schlüsselzahl B96 | Gespann bis 4.250 kg, nach einer Fahrerschulung ohne Prüfung | Kein Vorteil: Mehr als 750 kg Anhänger bleiben nicht übrig |
| Klasse BE | Anhänger bis 3.500 kg zGG | Anhänger bis zur Anhängelast des Fahrzeugs |
Für Handwerker mit Bagger-, Platten- oder Autotransportanhänger ist deshalb die Klasse BE der Schlüssel. Sie umfasst Theorie und eine praktische Prüfung in der Fahrschule.
Zur Stützlast: Sie geht von der Zuladung des Zugfahrzeugs ab. Bei 120 kg Stützlast stehen dem Fahrzeug selbst also 120 kg weniger zur Verfügung.
Was gilt mit dem alten Klasse-3-Führerschein?
Wer seinen Führerschein der alten Klasse 3 vor 1999 erworben hat, darf in der Regel auch schwerere Fahrzeuge bis 7,5 t fahren. Das gilt auch nach dem Umtausch in den Kartenführerschein: Dort stehen die übertragenen Klassen, etwa C1 und C1E, mit Schlüsselzahlen.
Prüfen Sie die Rückseite Ihres Führerscheins. Was dort eingetragen ist, gilt. Bei Fragen hilft die Führerscheinstelle.
Maut, Tempo und Fahrverbote bis 3,5 t
- Maut: Die Lkw-Maut in Deutschland gilt für Fahrzeuge über 3,5 t zGG. Eine 3,5-t-Pritsche ist mautfrei, auch mit Lkw-Zulassung.
- Tempo: Bis 3,5 t gelten dieselben Höchstgeschwindigkeiten wie für Pkw. Mit Anhänger sind außerorts höchstens 80 km/h erlaubt, mit Tempo-100-Zulassung des Gespanns 100 km/h auf der Autobahn.
- Sonntagsfahrverbot: Gilt bei gewerblicher Güterbeförderung für Lkw über 7,5 t und für Anhänger hinter Lkw – also auch hinter einer Pritsche mit Lkw-Zulassung. Ohne Anhänger ist eine 3,5-t-Pritsche nicht betroffen.
Überladen: Was droht?
Wer das zulässige Gesamtgewicht überschreitet, riskiert ein Bußgeld – und im Schadensfall Ärger mit der Versicherung. Für Fahrzeuge bis 7,5 t gilt laut Bußgeldkatalog:
| Überladung | Bußgeld | Punkte |
|---|---|---|
| mehr als 5 % | 10 € | – |
| mehr als 10 % | 30 € | – |
| mehr als 15 % | 35 € | – |
| mehr als 20 % | 95 € | 1 |
| mehr als 25 % | 140 € | 1 |
| mehr als 30 % | 235 € | 1 |
Werte für den Fahrer laut Bußgeldkatalog, Stand Oktober 2026. Bei stärkerer Überladung kann die Polizei die Weiterfahrt untersagen, bis abgeladen ist.
3,5 t, 177 PS, Spezialaufbau, Tageszulassung – 46.193 € netto.
Zum Angebot ›Häufige Fragen
Darf ich eine Pritsche mit dem Führerschein Klasse B fahren?
Ja, solange das zulässige Gesamtgewicht der Pritsche höchstens 3.500 kg beträgt und sie nicht mehr als acht Sitzplätze außer dem Fahrersitz hat. Das gilt für die meisten Pritschen und Doppelkabinen auf Basis von Fiat Ducato, VW Crafter oder Mercedes Sprinter in der 3,5-t-Variante.
Wie schwer darf mein Anhänger mit Klasse B sein?
Mit Klasse B sind Anhänger bis 750 kg zulässiges Gesamtgewicht erlaubt. Schwerer geht nur, wenn das ganze Gespann höchstens 3.500 kg wiegt – bei einer 3,5-t-Pritsche ist das nicht möglich. Für schwerere Anhänger brauchen Sie die Klasse BE.
Bringt mir die Schlüsselzahl B96 bei einer 3,5-t-Pritsche etwas?
Nein. B96 erlaubt Gespanne bis 4.250 kg. Bei einem Zugfahrzeug mit 3.500 kg bleiben dafür nur 750 kg für den Anhänger – und die sind mit Klasse B ohnehin erlaubt. B96 lohnt sich nur bei leichteren Zugfahrzeugen.
Muss ich für eine 3,5-t-Pritsche Maut zahlen?
Nein. Die Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen gilt für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht. Eine Pritsche mit 3.500 kg ist mautfrei.
Dieser Ratgeber gibt einen Überblick nach Stand Oktober 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Eintragungen in Ihrem Führerschein und Fahrzeugschein.